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Freitag, 15. Juli 2016

„Pokémon Go“

Seit dieser Woche ist das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ erhältlich – und sorgt dafür, dass Kinder, Teenager und Erwachsene gleichermaßen in der Stadt und auf dem Land unterwegs sind, um kleine virtuelle Monster einzufangen. Praxisvita erklärt, welche gesundheitlichen Vor- und Nachteile das Spiel haben kann.
Momentan sieht man sie überall: Menschen, die auf ihr Smartphone starren, um die nächste Ecke huschen und dort in leisen Jubel ausbrechen. Der Grund: Die Smartphone-App „Pokémon Go“. Darin suchen die User kleine virtuelle Monster – die sogenannten Pokémon – und versuchen sie einzufangen. Pokémon können sich überall verstecken: In der Stadt, auf dem Land oder am Meer. Per GPS-Signal werden die Spieler zu  den Verstecken der kleinen Monster geführt. Um sie einzufangen, wird über den Bildschirm gewischt und so ein virtueller Pokéball geworfen. „Pokémon Go“ bricht derzeit alle Rekorde: Mittlerweile hat das Spiel täglich mehr Nutzer als der Kurznachrichtendienst „Twitter“. Doch welche gesundheitlichen Vor- und Nachteile hat die Trend-App? Praxisvita gibt einen Überblick.

Beeinflusst „Pokémon Go“ mein Gehirn?

„Pokémon Go“ spricht das Belohnungssystem in unserem Gehirn an. Fängt man ein neues, seltenes Pokémon, werden vermehrt Botenstoffe freigesetzt, die Glücksgefühle auslösen, darunter auch den Botenstoff Dopamin. Der aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn und löst ein Wohlgefühl aus.
Spielt man regelmäßig „Pokémon Go“, werden Verknüpfungen zwischen Nervenzellen gestärkt und die Lernfähigkeit des Gehirns auf diese Weise trainiert. Je häufiger man es wiederholt, desto stärker wird diese Verknüpfung. Spürt man also das Vibrieren des Handys in der Tasche, sobald ein neues Pokémon in der Nähe ist, reagiert das Gehirn auf diesen Reiz und aktiviert das Belohnungssystem.
Gleichzeitig spielt bei „Pokémon Go“ allerdings auch der Suchtfaktor eine große Rolle. Denn wie auch beim Glücksspiel fordert das Gehirn zum Weiterspielen auf, um erneut das Wohlgefühl durch Dopamin zu bekommen. Mit fortlaufender Spieldauer fällt es dann immer schwerer, dieser Forderung zu widerstehen und es kommt zu einem Suchtverhalten.

Freitag, 1. Juli 2016

Endlich: Deutschlandfahnen ab sofort auch für die Windschutzscheibe erhältlich

Ulm (dpo) - Ab jetzt können fußballbegeisterte Autofahrer die deutsche Nationalelf mit
mehr unterstützen als Mini-Fähnchen oder Seitenspiegel-Flaggen: Pünktlich vor dem Härtetest gegen Italien hat ein Unternehmen aus Ulm eine praktische XXL-Deutschlandfahne (79,99 Euro) fürs Auto vorgestellt, die sich ganz einfach an der Windschutzscheibe anbringen lässt. 

"Viele Fans wünschen sich, Deutschland bei der EM noch prominenter zu unterstützen, als das mit bisherigen Fan-Artikeln fürs Auto möglich war", erklärt Geschäftsführer Wolf Gierke. 
"Unsere XXL-Windschutzscheiben-Fahne ist schon von Weitem sichtbar und zeigt Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern, wie sehr sich ihr Besitzer dem deutschen Team verbunden fühlt."
Die Fahne ist so geschnitten, dass sie die Windschutzscheibenfläche...
mehr auf http://www.der-postillon.com/2016/07/deutschlandfahne-windschutzscheibe.html

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LIES AUCH: Am Samstag wurde ein sudanesischer Spieler des Deinster SV von Rassisten angegriffen. Am Dienstag bekundeten seine Mitspieler mit einem besonderen Facebook-Post ihre Solidarität – das Echo war gewaltig.  mehr hier

LIES AUCH: http://wasderbuergersoliest.blogspot.de/2016/04/blackfacing-was-ist-blackfaceing-und.html

Dienstag, 21. Juni 2016

Das Herstellen von Untertanen

»In der Schule werden Menschen gemacht. Den Vorgang des Menschenmachens nennt man Erziehung. Das Elternhaus, das Kino, das Fernsehen, das Theater, der Rundfunk, die Zeitungen, Bücher und Plakate sind Schule in weiterem Sinne. Alle Stellen, die Informationen vermitteln, sind Schulen.

Zum Machen von Dingen verwendet man Werkzeuge. Das Werkzeug, mit dem Menschen gemacht werden, ist die Information.
Soweit die Menschen nicht natürlichen Bedürfnissen, der Gewohnheit oder der Gewalt folgen, hängt ihr Handeln davon ab, was sie wissen. Auch Gewohnheiten entstehen zum Teil aus Informationen. Da die Handlungen eines Menschen den Ablauf seines Lebens steuern, bestimmen die Informationen, die er bekommt, wie er lebt. Die Schulen machen nicht nur Menschen, Schulen machen auch Lebensläufe.«

von Ernst Alexander Rauter (erschienen 1971)
eBook: http://tadema.de/thesen/e_a_rauter.pdf

Original-Video: http://youtu.be/ntIKo8XNiag

Dokus (deutsch): http://bit.ly/1jR1QfK
Dokus (englisch): http://bit.ly/1mUOGTQ
Empfehlungen: http://bit.ly/1kZtnMf

Dokuhelden @ Facebook: http://on.fb.me/1jR1Hcv
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Freitag, 10. Juni 2016

Wie messen wir den Wert/ Serbe Nikola Tesla vs Thomas Alva Edison

Nikola Tesla: Das betrogene Genie

Der Serbe Nikola Tesla war einer der genialsten Erfinder aller Zeiten, doch immer wieder ließ er sich um die Früchte seiner Arbeit bringen.

Text von Rainer Harf

Mit dieser Spulenkonstuktion erprobt Nikola Tesla 1899 unter spektakulären Entladungen, hervorgerufen durch Spannungen von mehr als zwölf Millionen Volt, ob sich Strom durch die Luft übertragen lässt: ähnlich wie Radiowellen. Auch wegen solcher Versuche nennen ihn Bewunderer "Magier der Elektrizität". Doch selbst Tesla kann nur scheinbar - nämlich dank einer doppelten Belichtung - zwischen den Stromblitzen sitzen, ohne getötet zu werden (Foto von: MP/Leemage/dpa)
© MP/Leemage/dpa
Mit dieser Spulenkonstuktion erprobt Nikola Tesla 1899 unter spektakulären Entladungen, hervorgerufen durch Spannungen von mehr als zwölf Millionen Volt, ob sich Strom durch die Luft übertragen lässt: ähnlich wie Radiowellen. Auch wegen solcher Versuche nennen ihn Bewunderer "Magier der Elektrizität". Doch selbst Tesla kann nur scheinbar - nämlich dank einer doppelten Belichtung - zwischen den Stromblitzen sitzen, ohne getötet zu werden
Mit einem Fingerschnippen eröffnet der in die USA emigrierte Serbe Nikola Tesla an einem Abend im Jahr 1891 die Vorstellung: Augenblicklich lodert ein roter Feuerball in seiner Hand auf. Behutsam lässt der hoch-gewachsene Mann die Flammen auf seinen weißen Frack, dann über sein schwarzes, in der - Mitte gescheiteltes Haar gleiten. Schließlich verstaut der Magier – zum Erstaunen des Publikums gänzlich unversehrt – das geheimnisvolle Feuer in einer Holzschachtel.
„Jetzt werde ich Ihnen Tageslicht machen“, ruft Tesla. Mit einem Mal erstrahlt der Vorführungsraum, sein Labor in der New Yorker South Fifth Avenue, in wundersam hellem Licht. Dann springt der Erfinder auf eine Plattform, die mit einem elektrischen Spannungsgeber verbunden ist. Langsam dreht er den Regler hoch, bis sein Körper schließlich einer Spannung von zwei Millionen Volt ausgesetzt ist. Elektrische Entladungen knistern um seinen Leib. Blitze und Flammen zucken aus seinen Händen. Als Tesla die Spannung ausschaltet, umflirrt ihn, so erinnern sich später manche, noch immer ein bläuliches Glimmen.
Der „Magier der Elektrizität“ liebt es, New Yorks High Society mit seinen Inszenierungen zu verzaubern und Reportern die Kraft und Gefahrlosigkeit des von ihm entwickelten Stromsystems zu präsentieren. Nicht zuletzt sind seine spektakulären Vorführungen Propaganda im Krieg um die weltweite Elektrifizierung.
Der Gegenspieler Teslas ist ein gerissener Geschäftsmann
Es ist ein Krieg, den Tesla (wenn auch unfreiwillig) gegen einen zweiten, nicht weniger gefeierten Erfinder führt. Einen Mann von so anderem Naturell, dass er wie der Gegenentwurf zu Tesla anmutet: Thomas Alva Edison – hemdsärmelig, gerissen, geschäftstüchtig.
Für den Amerikaner ist Tesla nicht mehr als ein „Wissenschaftspoet“, ein Theoretiker und glückloser Tüftler, dessen Ideen zwar „großartig, aber ausgesprochen unbrauchbar“ sind. Edison bemisst den Wert einer Erfindung daran, wie viele Dollar sie seinem Unternehmen einbringt. Tesla dagegen geht es nicht nur ums Geld: Der Zweck einer Erfindung, sagt er, bestehe vor allem in der Nutzbarmachung der Naturkräfte für die menschlichen Bedürfnisse.

Als 28-jähriger wandert Nikola Tesla 1884 in die USA aus und arbeitet zunächst für Thomas Edison (Foto von: SPL/Ag. Focus)
© SPL/Ag. Focus
Als 28-jähriger wandert Nikola Tesla 1884 in die USA aus und arbeitet zunächst für Thomas Edison
Der Kampf um den Strom: Tesla wird ihn gewinnen. Und doch – wie so oft in seinem Leben – als Verlierer daraus hervorgehen.
Die geheimnisvolle Wirkkraft der Elektrizität scheint Nikola Tesla schon als Kind erfasst zu haben. Immer wieder sieht der am 10. Juli 1856 im kroatischen Dorf Smiljan geborene Sohn serbischer Eltern grelle Lichtblitze. „In einigen Fällen war die gesamte Luft um mich herum mit lebendigen, flammenden Zungen erfüllt“, erinnert sich Tesla später in seiner Autobiografie.

Mittwoch, 1. Juni 2016

„Nicht für Neger“ Heilsarmee lehnt Geld von rassistischem Spender ab

Köln -
Gemeinnützige Vereine und Kirchenverbände sind für ihr soziales Engagement auf Geld- und Sachspenden mitfühlender Einzelpersonen angewiesen. Da ist jeder Cent gern gesehen - eigentlich. Die Heilsarmee zeigt in einem Facebook-Eintrag nun deutlich auf, ab wann Spenden nicht mehr willkommen sind.
Ein Foto von einem Überweisungsbeleg zeigt, dass ein vermeintlicher Wohltäter an seine Geldspende eine Bedingung geknüpft hat. Als Zweck der Überweisung gibt er an: „Spende für Deutsche, Spende nicht für muslimische Imigranten oder Neger.“
Darf man bei Geld wählerisch sein? Darauf hat die Heilsarmee offenbar ohne großes Zögern eine Antwort gefunden. „Danke - aber nein danke“, schreibt sie auf ihrer Facebookseite unter dem Hashtag #liebedeinennächsten. Die Spende geht zurück an den Absender - zusammen mit einem Antwortschreiben.
mehr auf:
oder:

Samstag, 14. Mai 2016

Die Rettungsgasse rettet Leben ~ wie gehts? Überfordert? üa



Die Rettungsgasse oder einfach (ursprünglich) Gasse ist der Fahrweg für Rettungskräfte bei Stau und stockendem Verkehr auf mehrstreifigen Richtungsfahrbahnen

„Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, so müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden“


Die Rettungsgasse rettet Leben von ADAC

Machen Sie bei Unfällen auf mehrspurigen Fahrbahnen die sogenannte Rettungsgasse frei. Sie ist für Fahrzeuge mit Blaulicht gedacht, die schnellstmöglich zum Unfallort vordringen müssen. Im Ernstfall rettet diese Gasse Leben. Sorgen Sie so für die freie Fahrt der Einsatzkräfte.

So bildet man die Rettungsgasse


Denken Sie daran: Bei einem Stau auf mehrspurigen Straßen sind alle Autofahrer verpflichtet, die Rettungsgasse freizumachen. Dabei – so heißt es in der Straßenverkehrsordnung – ist die Rettungsgasse bei zwei Fahrstreifen in der Mitte zu bilden: Autos auf dem linken Fahrstreifen müssen also an den linken Fahrbahnrand fahren, die auf der rechten Spur an den rechten Fahrbahnrand. 
  
Bei dreispurigen Autobahnen ist die Rettungsgasse zwischen demäußersten linken und der direkt rechts danebenliegenden Fahrspurzu bilden. Hat die Autobahn vier Spuren, muss die Rettungsgasse jedoch wieder in der Mitte gebildet werden. Hintergrund: Der Standstreifen ist als Zufahrt zu den Einsatzstellen nicht geeignet, weil er oft nicht durchgehend ausgebaut oder von liegengebliebenen Fahrzeugen blockiert ist.

Der ADAC weist auch darauf hin, dass alle Autofahrer, die gegen das Gebot der Rettungsgasse verstoßen, mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen müssen. Jeder Autofahrer sollte daran denken, dass im Notfall keine Zeit verloren werden darf.

Vergleichbare Regeln zur Rettungsgasse gibt es neben Deutschland auch in der Schweiz, Slowenien und Tschechien. In Österreich ist die Bildung und das Freihalten einer Rettungsgasse inzwischen bereits im Verkehrsgesetz verankert.





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  1. Rettungsgasse in Deutschland – So funktioniert es NICHT
  2. Autofahrer sind mit der Bildung einer Rettungsgasse überfordert
  3. Rettungsgasse: Hinweise für Fahrer von Einsatzfahrzeugen

Mittwoch, 4. Mai 2016

KURZINFO Diese Kurzinfo fasst die wichtigsten Gründe gegen TTIP und CETA zusammen und erklärt, warum sie eine Bedrohung für so viele wichtige Errungenschaften sind – in weniger als fünf Minuten

  • NEWS

    Who-needs-parliaments_square

    Auf Wiedersehen Demokratie, hallo CETA?

    CETA soll an allen Parlamenten vorbei beschlossen werden! Und sollte es dann doch abgelehnt werden, wären Konzernklagen gegen Staaten dennoch für drei weitere Jahre möglich.
    Mehr erfahren

    TTIP-Verhandler gegen Rechtsexperten

    Schon seit Jahren warnen Rechtsexperten vor den Gefahren von Schiedsgerichten. Die Verhandler von TTIP und CETA beharren nichtsdestotrotz auf diesem gefährlichen Mechanismus. Wir haben einen Blick auf die Argumente geworfen…
    Mehr erfahren

  • KURZINFOvon https://stop-ttip.org/de/

    Diese Kurzinfo fasst die wichtigsten Gründe gegen TTIP und CETA zusammen und erklärt, warum sie eine Bedrohung für so viele wichtige Errungenschaften sind – in weniger als fünf Minuten. Los geht’s:
    Die EU plant, bald zwei weitreichende Handelsabkommen zu unterzeichnen: Eines mit Kanada (CETA = Umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen) und eines mit den USA (TTIP = Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft). Offiziell geht es darum, neue Arbeitsplätze zu schaffen und das Wirtschaftswachstum zu fördern. Es ist aber sehr viel wahrscheinlicher, dass nur große Konzerne von diesen Abkommen profitieren werden – auf Kosten der Bürger. Warum? Hier sind die wichtigsten Gründe:

  • Investoren werden Staaten verklagen können. Das sogenannte Investor-State-Dispute-Settlement (ISDS, Schiedsgerichtsverfahren zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Investoren und Staaten) – selbst in seiner neuen Verpackung als „Investment Court System“ (ICS, Investitionsgerichtshof) – gesteht ausländischen Investoren das Recht zu, europäische Staaten zu verklagen, wenn sie der Ansicht sind, dass Gesetze oder sonstige Maßnahmen der EU oder einer ihrer Mitgliedsstaten ihre Investitionen geschädigt und ihren erwarteten Gewinn geschmälert haben. Dies wird auch Gesetze und Maßnahmen beeinflussen, die im Sinne des Gemeinwohls erlassen wurden, z.B. zum Umweltschutz und Verbraucherschutz.
  • Unternehmen werden eingeladen, an neuen Gesetzen mitzuschreiben. Die sogenannte „Regulatorische Kooperation“ wird es den Vertretern großer Firmen und Bürokraten von beiden Seiten des Atlantiks erlauben, auf Gesetzentwürfe in Expertengruppen Einfluss zu nehmen, schon bevor diese in gewählten Parlamenten diskutiert wurden. Dies untergräbt die Demokratie!
  • Großunternehmen haben übermäßigen Einfluss auf die Geheimverhandlungen zu CETA und TTIP. Bei 92% aller Treffen, die die EU-Kommission mit Interessenvertretern im Vorfeld der TTIP-Verhandlungen durchführte, wurden lediglich Firmenvertreter gehört. Nur in sehr wenigen Fällen wurden Verbraucherschützer und Gewerkschaftsvertreter eingeladen, um ihre Standpunkte vorzutragen. Der Einfluss der Unternehmen setzt sich in den Verhandlungen fort: Selbst einige Formulierungen in durchgesickerten Entwurfstexten stammen unmittelbar von Firmenlobbyisten.
  • Die Verhandlungen werden im Geheimen geführt. Unsere Volksvertreter wissen wenig über deren Fortgang, und der Öffentlichkeit ist es nicht gestattet, irgendwelche Texte der offiziellen Abkommen vor Ende der Verhandlungen einzusehen. Parlamentariern ist es lediglich erlaubt, diese langen juristischen Texte (das CETA-Abkommen beispielsweise umfasst etwa 1500 Seiten) in speziellen Leseräumen ohne Expertenunterstützung zu lesen, und es ist ihnen untersagt, die Öffentlichkeit über das zu informieren, was sie gelesen haben. Sind die Verhandlungen dann abgeschlossen, bleibt ihnen lediglich, die Vereinbarungen zu akzeptieren oder abzulehnen, ohne die Möglichkeit, Änderungen einzufordern.
  • Die Standards bezüglich der Qualität von Lebensmitteln und des Verbraucherschutzes könnten abgeschwächt werden. Durch die Angleichung der Vorschriften, auf die TTIP hinzielt, sind die europäischen Standards gefährdet, denn US-Standards sind oft wesentlich niedriger. Zudem möchte die US-Seite, dass die EU ihren Ansatz bei der Risikobewertung anerkennt, welcher es erlauben würde, ein jegliches Produkt in den Verkehr zu bringen, bis der Staat den Beweis erbringen kann, dass es schädlich ist. Bislang müssen in Europa Firmen die Unschädlichkeit ihrer Produkte belegen, bevor sie diese auf den Markt bringen dürfen.
  • Arbeitnehmerrechte und Arbeitsplätze sind in Gefahr. Die USA weigern sich nach wie vor, elementare Arbeitnehmerrechte anzuerkennen (sie haben nur zwei der acht Kernarbeitsnormen der ILO ratifiziert), und die durch TTIP hervorgerufene „Abwärtsspirale“ könnte auch zu einer Gefahr für die Rechte von Beschäftigten in der EU werden. Zudem könnte eine Verschärfung der Konkurrenz von außerhalb zu massiven Arbeitsplatzverlusten führen. Einer Studie der Tufts University (USA) zufolge könnten 600.000 Arbeitsplätze durch TTIP verloren gehen.
  • Europäische Länder kämen unter Druck, Hochrisiko-Technologien wie Fracking oder Gentechnik zuzulassen. Als Bestandteil von TTIP und/oder CETA könnten Firmen das Recht bekommen, Regierungen vor Schiedsgerichten zu verklagen, falls diese Hochrisikotechnologien einschränken oder verbieten. Im Jahr 2013 reichte die Öl- und Gasfirma Lone PIne eine 250-Millionen-Dollar-Klage gegen Kanada ein, nachdem der Staat Quebec ein Memorandum zum Fracking erlassen hatte. TTIP und CETA werden den Weg für eine stetig zunehmende Zahl solcher Klagen ebnen.
  • CETA und TTIP werden bestehende Ungleichheiten weiter vergrößern. Die bereits jetzt Wohlhabenden werden am meisten von CETA und TTIP profitieren. Transnationale Großkonzerne werden noch mehr Vorteile gegenüber kleinen und mittleren Unternehmen und den Bürgern gewinnen. Die Wirtschaftskrise in der EU könnte sich noch verschärfen, da die wettbewerbsfähigsten Staaten vom potentiellen BIP-Wachstum mit Abstand am meisten profitieren werden. Länder in der Peripherie der EU, die bereits jetzt sehr abhängig von ausländischem Kapital sind, werden weiter gute Jobs verlieren und weniger von nachhaltigen Investments profitieren. Global gesehen wird die Ungleichheit zwischen entwickelten Ländern und des Ländern des globalen Südens weiter zunehmen, was durch verschiedene Studien belegt wurde, die dramatische BIP-Verluste und Jobverluste für Drittstaaten prognostiziert haben.
  • Liberalisierung und Privatisierung werden zu Einbahnstraßen. CETA und TTIP werden es schwieriger machen – und vielleicht sogar unmöglich – Versorgungsbetriebe, Krankenhäuser oder die Müllabfuhr wieder in öffentlichen Besitz zurückzuführen, nachdem sie einmal privatisiert wurden.
CETA und TTIP wollen die Macht multinationaler Unternehmen auf Kosten der Demokratie und des Gemeinwohls stärken. Wir dürfen nicht erlauben, dass es so weit kommt! Bitte unterstützt unsere europäische Initiative!

Zusammen können wir TTIP und CETA stoppen!

Wollen Sie noch mehr erfahren?

Auf unserer Website können Sie detaillierte Antworten auf einige der wichtigsten Fragen rund um TTIP und CETA sowie (in Englisch) eine Übersicht über Materialien und Studien finden. Außerdem geben Ihnen unsere untenstehenden Zeitleisten einen Überblick über den zeitlichen Ablauf der Ereignisse.


Keine Visaabsolution durch TTIP

Polen, Zypern, Rumänien: Beispiele für Länder, in denen die Bürger TTIP positiver sehen als die Menschen in vielen anderen EU-Länder – da sie hoffen, dass TTIP ihnen Visaerleichterungen bringen wird.
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